Die Marke UGG Boots

Die UGG-Handelsmarke ist in vielen Ländern Thema einer andauernden Auseinandersetzung. Die Handelsmarke “Ugh-Boots” wurde aus dem Handelsmarkenregister in Australien aufgrund ihres Nichtgebrauchs gestrichen. Außerhalb Australiens und Neuseelands ist UGG (in Großbuchstaben geschrieben) eine eingetragene Handelsmarke der Deckers Outdoor Corporation.

1971 hat ein australischer Surfer namens Shane Steadman den Namen “UGH-BOOTS” als Handelsnamen in Australien schützen lassen und begonnen, Lammfell-Stiefel unter diesem Namen zu verkaufen. 1982 ließ er den Namen “UGH” und ein Logo mit einer stilisierten Sonne mit den Worten “UGG AUSTRALIA” eintragen. 1979 hat Brian Smith, ein anderer australischer Surfer, mehrere Paare der in Australien hergestellten Stiefel in die USA importiert und begonnen, sie in New York und an kalifornische Surfer zu verkaufen. Er gründete die Ugg Holdings Inc. und erwarb 1996 die Handelsmarken von Steadman. 1996 verkaufte er seine Anteile an das Unternehmen Deckers, das 1999 die Handelsmarke “UGG” in den USA schützen ließ.

1999 begann Deckers, seine neue Handelsmarke für sich zu behaupten, und schickte  Abmahnungen an australische Hersteller. Anfang 2000 stieg die Nachfrage nach Ugg Boots gewaltig an, teilweise als Folge der US$8 Millionen teuren Werbekampagne, die Deckers organisierte, vor allem jedoch auch, weil viele Prominente diese Stiefel trugen. In Australien und den USA ansässige Hersteller begannen, Uggs über das Internet zu verkaufen. Deckers’ Anwaltskanzlei Middletons of Melbourne unternahm daraufhin große Bemühungen, den Verkauf durch die australischen Unternehmen zu unterbinden. 2004 schickte Deckers Abmahnungen an viele in Australien und in den USA ansässige Hersteller, darunter Mortels Sheepskin Factory, um diese daran zu hindern, Uggs auf eBay zu verkaufen oder den Begriff in ihren Domainnamen zu verwenden.

Als Reaktion auf Deckers’ Maßnahmen gründeten einige australische Hersteller die “Australian Sheepskin Association”, um den Anspruch des Unternehmens mit der Begründung zu widerlegen, dass “UGG” ein allgemeiner Begriff sei, der sich auf Lammfell-Stiefel zum [berziehen mit flachen Absätzen beziehe. Sie argumentierten ferner, dass australische Hersteller diese Art von Stiefel seit Jahrzehnten herstellten, vertrieben und unter anderem auch in die USA exportierten. Einer dieser Hersteller, Perth's UGG-N-Rugs, legte Beschwerde bei den australischen Regulierungsbehärden ein. Der Beamte, der den Fall aufnahm, stellte fest, dass "die Beweise die Behauptung überzeugend unterstützen, dass die Begriffe (UGG, Ugh und Ug Boots) austauschbar angewendet werden kännen, um eine spezielle Art Lammfell-Stiefel zu beschreiben und dass diese die erste und natürlichste Art und Weise darstellten, diese Artikel zu charakterisieren".

2006 gewann UGGs-N-Rugs das Recht, den Begriff UGG BOOT/S und Abänderungen wie zum Beispiel UGH BOOT/S zu verwenden. IP Australia urteilte außerdem, dass die Handelsmarke "Ugh-Boots" aus dem Handelsmarkenregister aufgrund ihres Nichtgebrauchs entfernt werden sollte, da Deckers nur das UGG-Logo, aber nicht die UGH-Marken verwendet. Deckers behielt die Rechte an seinem UGG-Logo, da der Schutz der Handelsmarke nur für die Art und Weise gilt, wie die Marke in ihrer Gesamtheit auftritt, und nicht für die Worte, die sie enthält. Bis heute hat Deckers sich geweigert, die Anwaltskosten von Uggs-N-Rugs zu zahlen, wie es das Urteil vorsieht. Das Urteil von 2006 gilt nur in Australien und Deckers besitzt nach wie vor die Handelsmarken in allen anderen Rechtsprechungen, einschließlich der USA, China, Japan und der Europäischen Union.


2005 wurde die Zulässigkeit der UGG-Handelsmarke vor dem Bundesgericht von Kalifornien angefochten. Das Gericht entschied für Deckers mit der Begründung, dass Verbraucher in den USA UGG als Markennamen ansahen. In seinem abschließenden Urteil erklärte der Richter, dass die Verteidiger vereinzelte Belege zur allgemeinen Verwendung des Begriffs vorgelegt hätten, doch Deckers konterte durch die Vorlage von Erklärungen von vier Experten der Schuhbranche, die angaben, dass "UGG" in der Branche  weitläufig als Markenname und nicht als allgemeiner Begriff gilt. Deckers bat zudem das Oxford English Dictionary, die Definition von "ugg" von "eine Art Stiefel aus weichem Lammfell" in eine Beschreibung umzuändern, die auf UGG als Handelsnamen hinweist.